Wegen Spam nur für Mitglieder.
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sascha stern (
roter stern giessen)
(Threadstarter)
Beiträge:1255 Threads: 312
24.06.2010 13:32
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textDer von der antifaschistischen gruppe 5 aus Marburg herausgebrachte Comic mit dem Titel „Mandi“, der sich kritisch mit Nationalismus und Partypatriotismus auseinandersetzt und sich in erster Linie an Schüler_innen richtet, ist bereits wenige Tagen nach der Veröffentlichung vergriffen.
„Dieses erfreulich große Interesse an unserem Comic zeigt uns, dass gerade auch bei jüngeren Menschen das Interesse besteht, sich kritisch mit der Deutschland-Feierei auseinanderzusetzen“, sagt Sophia Stern, Pressesprecherin der antifaschistischen gruppe 5.
Die antifaschistische gruppe 5 plant bereits einen Nachdruck des beliebten Mandi-Comics und ist dabei auf Spenden angewiesen. Sophia Stern: „Da unser ehrenamtliches Engagement insbesondere auf Grund der kostenlosen Verbreitung hohe Kosten verursacht hat, benötigen wir finanzielle Unterstützung, um die unglaublich hohe Nachfrage an Broschüren weiterhin bedienen zu können.“
Alles Wichtige zum Mandi-Comic findet sich online unter
link
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DennisB (
Giessen Skyliners)
Beiträge:469 Threads: 13
24.06.2010 15:57
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Der "Andi-Comic" war, wenn er ist wie beschrieben, wirklich was die absolute Gleichstellung angeht, nicht in Ordnung.
Die Pauschalisierung aller Länderspielfans als angehende sexistische Nazis ist dagegen (mal wieder) ne ziemliche Unverschämtheit, zumal (mal wieder) in die Gesellschaft integrierende Faktoren (schaut doch nur mal auf die aktuelle Stamm-Elf) unterschlagen werden.
Bemerkenswert (zumindest für Leute, die ne Meinung haben von Public Viewing wie im Comic, ist ja online zu lesen) ist außerdem, dass der Männer/Frauenanteil ziemlich gleich ist, aber da fehlt vllt. die Selbsterfahrung, sind ja nur Untermenschen da.
Und da wären wir bei nem weiteren wichtigen Punkt:
Alle "Mittigen" grenzen aus und sind verkappte rechte Idioten, aber dass ihr durch unbedachte Pauschalisierungen und bewusste Abgrenzung genauso Menschen ausgrenzt, kommt euch gar nicht in den Sinn...und bewusst mit Comics auf unmündige (Schüler) draufzuhauen, um sie politisch zu beeinflussen, das hebt euch bestimmt nicht im Positien vom Verfassungsschutz oder Nazis (Schülerhilfe) ab, auch wenn eure Ideale richtig (!) sind, nicht, dass das unterschlagen wird. Bis auf die Hardliner-Systemkritik vllt. Aber das sollte vllt. mal gesagt werden, und ich bin weder rechts, noch mitte rechts, noch Public Viewing Fan.
Aber man muss es echt nicht übertreiben.
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Murat (
FC Carl zeigts Jenna)
Beiträge:114 Threads: 1
24.06.2010 18:52
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Wow Dennis, ein echt guter Kommentar. Damit sprichst du mir (und sicherlich auch anderen) aus der Seele. Ich hoffe, dass dein wirklich sachlicher und reflektierter Kommentar auch entsprechend gewürdigt wird.
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24.06.2010 19:20
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Also Formulerungen wie Untermenschen, Unverschämtheit ,"kommt euch gar net in den Sinn" , draufzuhauen etc.sind nicht sachlich.
Reflektiert wird unter anderem nicht der Überfall auf einen Imbiss nach dem EM-Halbfinale und die zunehmende rechte Gewalt seit der letzten WM.
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Insini (
SpVgg Transmanisches Fußballsyndikat)
Beiträge:1332 Threads: 604
24.06.2010 19:44
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Naja, differenziert ist er wirklich nicht. Aber das ist auch nicht Sinn und Zweck der Geschichte. Es geht darum, eine Problematik anzusprechen, derer sich der Großteil der Zielgruppe des Comics nicht im entferntesten bewusst ist. Wenn man dann einen Comic rausbringt, in dem man schreibt "ach, eigentlich ist ja alles ganz ok, nur manchmal kann das ganz schön daneben gehen", kann man es auch gleich sein lassen, oder beim DFB als Marketingpraktikant anheuern.
Das differenzierte Bild soll im Leser entstehen und das passiert ohne Inputs wie diesen Comic nicht. Wenn du willst, dass dein Kuchen süß schmeckt, versuchst du auch nicht, den ungesüßten Teig mit gesüßtem Teig zu würzen, sondern du schüttest blanken Zucker rein.
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chrism* (
Lazio Koma)
Beiträge:4054 Threads: 648
24.06.2010 21:56
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mensch, poetisch...

und auch richtig, finde ich.
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DennisB (
Giessen Skyliners)
Beiträge:469 Threads: 13
24.06.2010 21:58
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> Also Formulerungen wie Untermenschen, Unverschämtheit ,"kommt euch gar net in den Sinn" , draufzuhauen etc.sind nicht sachlich.
Reflektiert wird unter anderem nicht der Überfall auf einen Imbiss nach dem EM-Halbfinale und die zunehmende rechte Gewalt seit der letzten WM.
Untermenschen --> weil: pauschalisierende Darstellung mindestens der Masse an "Public Viewern" als völlig unterbelichtete Vollidioten, und solchen Menschen fühlt man sich normalerweise überlegen. (Jetzt kommt mir nicht mit "Nein..."

Unverschämtheit: Ist kein unsachliches Wort und aufgrund der beleidigenden Verallgemeinerung aus meiner Sicht als "Hin-und Wieder"-Betroffener angebracht. Muss keiner teilen.
Der Überfall auf das Kiosk während der EM (Sachsen war das, ne...hat auch niemand unterschlagen oder gut gehießen, im Gegenteil) wurde übrigens hier in diesem Forum zur gleichen Thematik damals diskutiert. Zwischen großen Fußballturnieren passieren übrigens leider auch rechte Übergriffe, wie ist das nur zu erklären??? Und das nicht erst seit 2006, nur mal am Rande.
Über die angebliche Zunahme rechter Gewalt seit 2006 kenne ich keine Zahlen und werde ich mich demzufolge auch nicht äußern. Kann sein, hoffentlich nicht, kA. Man sollte Quellen aber immer hinterfragen, bevor mir jetzt jemand mit Antifa Hamburg kommt oder sowas, da kann ich auch Eltern fragen, ob sie ihre Kinder gut erziehen, wenn ihr versteht, was ich meine. Nfu
Achso, eins noch: Natürlich überspitzt man Argumente, wenn man Agenda Setting betreiben will. Aber bei Schülern, das geht gar nicht. Ist mir auch latten, ob das rechts und Mitte auch machen. Das gehört sih einfach nicht.
(bearbeitet am: 2010-06-24 22:00:31)
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24.06.2010 22:56
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Zahlen sind vom Vefassungsschutz.
Un Du hast ja auch gar net behauptet sachlich zu sein

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Kuzinho (
Torpedo Lahngurken)
Beiträge:409 Threads: 16
24.06.2010 23:35
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Ich finde den Comic nicht gut. Es ist einfach nicht glaubwürdig nur mögliche Nachteile von Fussballhype, Public Viewing etc. anzusprechen.
Ich möchte euch, wie auch schon in dem anderen Thread aus eigener Erfahrung berichten. Die ausländischen Grundschüler, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, freuen sich über die deutsche Mannschaft. Sie fühlen sich dadurch zugehörig. Das gibt ihnen Selbstvertrauen einen höheren Selbstwert.
Die Darstellung von rassistischen, sexistischen Fussballfans als "die Norm" schürt meiner Ansicht nach eher Angst und Vorurteile zwischen den Kulturen. Die Ausländer bekommen Angst und die Deutschen fühlen sich zu unrecht diffamiert. Das entzweit, was eigentlich zusammengeführt werden sollte. Die Idee, den Comic an Schulen zu verteilen, ist meiner Meinung nach daher (milde gesagt) nicht besonders gut durchdacht.
Außerdem: Für ausländisch Kinder und Jugendliche sind die Migranten in der Nationalelf Vorbilder, die ihnen zeigen, dass auch Ausländer in der Deutschen Gesellschaft akzeptiert, bejubelt und geliebt werden können. Warum zeigt ihr im Comic keine Deutschen, die Mesut Özil bejubeln und beklatschen? Ihr zeigt ihnen lieber, dass Ausländer in Deutschland ausgestoßen werden. Ist das die Problematik, die ihr aufzeigen wollt (janinsane)?
Eine kritisch dialektische Haltung, ein offener Diskurs ohne ausgestreckten Finger, ist aus meiner Sicht unbedingt notwendig um glaubwürdig zu bleiben. Davon, Propaganda an Jugendliche zu verteilen, halte ich nix. Da ist es mir auch egal aus welcher politischen Ecke das kommt, das lehne ich grundsätzlich ab.
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Jule (
Siegfried & Oi!)
Beiträge:40 Threads: 2
25.06.2010 10:15
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In dem Comic, was ja nur teileweise ein Comic ist und dazwischen ziemlich lange und klein geschriebene Textpasagen hat.. ich denke um den Text überhaupt zu verstehen muss man mindestens 15/16 Jahre sein.. also en' bisschen älter als Grundschule.. in dem Alter jemanden eine Meinung einzutrichtern oder zu irgednwas zu verführen.. naja..
Ich denke der recht komplizierte "Text" hat auf jeden Fall Hand und Fuß und behandelt eben diese Auseinandersetzung mit dem Extremismus Begriff.. das ist auf jeden Fall sehr sachlich..
Der Comic (ohne "Text-Teil") ist leider nicht so der ganz große Wurf, das Comic sollte das Ganze wahrscheinlich nur auflockern oder ergänzen.. Ich habe keine Ahnung von Pädagogik und so, aber das Ding ist echt eher was für die Ältern, die politisch auf jeden Fall schon eine eigene Meinung haben, quasi vorgebildet sind.. und sich so einen Text zu trauen..
Ich bin mir aber gaaanz allgemein gesprochen nicht mehr soo sicher, ob die Begriffe links, rechts, mitte nicht schon längst etwas antiquiert sind...
Ich denke, das "im Fußball" allgemein unterschiedlichste politische Überzeugungen und Menschen unterwegs sind.. Das merkt man ja schon wenn man sich mal die einschlägige Prominenz anguckt..
Trotzdem, wo so viele Menschen zusammen kommen.. da ist es einfach nicht unpolitisch..
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Kuzinho (
Torpedo Lahngurken)
Beiträge:409 Threads: 16
25.06.2010 23:00
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der beweis: buli-diskussionen über linke comics verursachen taz-artikel zum thema
link
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chrism* (
Lazio Koma)
Beiträge:4054 Threads: 648
28.06.2010 12:11
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keine frage, fussball hat auch eine integrative wirkung, dafür ist die buli der beste beweis.. habe schon oft erlebt, dass man kickt, und irgendwer dazu kommt und am ende kennt man sich (ein bischen zumindest).. das würde teilweise ohne Fussball nicht funktionieren!
Dennoch kann mir keiner erzählen, dass der Hype um die Nationalmannschaft
A) total überzogen ist..
B) wichtigere Sachen völlig in den Hintergrund drängt
C) Nationalismus eben doch schürt
( habe schon von mehreren leuten gehört, die echt blöde angemacht wurden, weil sie keine fahne etc. anhatten, als verräter tituliert wurden usw..)
D) wenn man gestern nach dem Spiel noch die Übertragung gesehen hat, wurde mir das etwas zuviel..
Da stand dann vorne auf der Bühne der Animateur-Moderator,wasweißich, und animierte das Publikum mit "links-rechts, links-rechts, links-rechts"...
vielleicht ist man als deutscher Mensch auch ein wenig überempfindlich, aber wenn da so 100 000 Leute am brandenburger Tor alle deutsch angemalt sind und links-rechts, links-rechts schreien, dann find ich das schon komisch...
Ich will nicht abstreiten, dass das in andern Ländern ganz normal ist und viele viele das einfach nur als große Party erleben, aber so deutsch wie zur Zeit ist man einfach sonst nie.. und das alles wegen (nur?) fussball..?
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Kuzinho (
Torpedo Lahngurken)
Beiträge:409 Threads: 16
28.06.2010 22:33
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@ crism:
"A) total überzogen ist.."
-> jo, der hype ist schon echt krass, ich finde das auch komisch, wie sich die Leute mit Devotionalien behängen und den Kickern huldigen.
"B) wichtigere Sachen völlig in den Hintergrund drängt"
-> sehe ich auch so. allerdings gilt das für so ziehmlich alle sachen, die nicht selbst auch die Politik bestimmen. "Wie kann man ins Kino gehen wenn gleicheitig Krieg ist." Kompliziertes moralisches Problem.....:- ich weiss nicht. Diejenigen, die auch sonst rechts sind, trauen sich vielleicht auch dann einfach nur ihre Ansichten zu verbreiten. Grundsätzlich finde ich auch, dass die Deutschen ein Problem in der Unterscheidung von Patriotismus und Nationalismus haben. Bei allem was schwarz-rot-gold aussieht, wird vermutet, es wäre doch irgendwie braun. Der Fussball (auch Handball, Eishockey, Biathlon...) ist diesbezüglich unverdächtig. Da kann man Patriot sein, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Deutsch sein ohne Scham und Schande sozusagen. Ob das nun gut ist??? keine Ahnung, jedenfalss glaub ich nicht, dass es nur schlecht ist.
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DennisB (
Giessen Skyliners)
Beiträge:469 Threads: 13
06.07.2010 16:26
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http://taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/fussball-ohne-nationalen-scheiss/
hier was von der taz (!) zum comic.
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andi_s* (
FünfB)
Beiträge:262 Threads: 39
06.07.2010 17:21
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vielen dank für die letzten hinzugefügten links,
cok merci
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06.07.2010 20:36
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vorneweg so ne diskussion is gut, zumindest in so weit das hier einige zeigen das sie die liga noch als etwas über fussball hinaus begreifen, aber jetzt zum thema
Die TAZ empfindet antisexistischen Fussball ohne nationalen Scheiss als Klischee!
(haben wohl zu viel ziegenparmesan in ihre rucola dinkel spaghettis geraspelt)
soviel mal dazu....

ich denke das mandicomic ist ohne wissen um das andicomic nicht zu verstehen;
linkUnd Andi ist wirklich ein Idiot bitte alle die sich hier zu wort melden die Andi-Comics mal lesen -
dort nämlich werden Staatskritik und Ablehnung von Ausbeutung als kriminell dargestellt, bzw. eins zu eins mit faschismus und islamismus gleichgesetzt, die ursachen dieser phänomene liegen dabei laut andi und dem verrfassungsschutz nie in den verhältnissen(unterdrückung) sondern immer an einer störung der person - das is ma richtig gehirnwäsche und das kann mensch skandalös finden , zumal die tatsächlich auf schülerInnen draufgehauen werden
und dann so nen comic (mandi)zuverfassen - der jetzt ja auch keine szenen darstellt die es gar nicht gibt.
darüber regt mensch sich dann hier auf und was der anlass ist wird kein bisschen diskutiert, und sorry aber jedeR von euch der auf irgendner StudiDemo mal aufgefallen ist (nach wahrnehmung der staatsorgane)wird von polizei und verfassungsschutz in derselben Kategorie geführt wie Nazis nämlich politisch motivierte straftaaten- das ist extremismus und gegen dieses begriffsverständnis richtet sich der comic.
über den sich hier jetzt aufgeregt wird anstatt darüber das der staat seinen kindern beibringen will, das das hinterfragen seiner inhalte krimineller natur und somit illegitim also falsch ist und zu recht unterdrückt wird.
ich finde darüber muss mensch sich aufregen und danach über die kritik daran.
kleine anekdote von 2006 im zug nach giessen: ein junger mann singt
33, 39 2010 - mit dem Kreuz in der Hand und der leidenschaft im Reich werden wir weltmeister sein - nur eineR sagt was.
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06.07.2010 20:39
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"das ist extremismus" so wie er vom verfassungsschutz definiert wird
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Kuzinho (
Torpedo Lahngurken)
Beiträge:409 Threads: 16
07.07.2010 13:52
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ja, ja die latte-machiato linken von der taz...

hab den andi3-comic gelesen! und du hast recht, er ist schlecht!
Dennoch, bei aller Solidarität, die ich aufrichtig allen antikapitalistischen Idealen entgegenbringe, verstehe ich nicht, warum man sich den klischeehaften Andi-Comic zum Vorbild nimmt und einen klischeehaften Mandi-Comic entwirft. Ist Mandi glaubwürdiger als Andi?
Klar, ist es ein Skandal, wenn jemand so etwas im Zug singt und keiner was macht! Doch was ist mit den vielen Menschen unterschiedlicher Herrkunft, die während der WM viele Vorurteile abbauen, weil sie plötzlich eine Gemeinsamkeit haben, sich treffen und aufeinander zugehen? Davon ist weder im Comic, noch in den Beiträgen hier ansatzweise die Rede. Ich denke das ist eine berechtigte, sachliche Kritik.
Aber ich möchte nicht nur meckern, ohne eine Alternative vorzuschlagen

Meiner Meinung nach wäre wünschenswert, die rote Faust aufzumachen, einen eigenen, positiven Gesellschaftsentwurf zu vertreten und Menschen dafür zu begeistern. Allem voran wäre da für mich das Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" zu nennen:
link
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sascha stern (
roter stern giessen)
(Threadstarter)
Beiträge:1255 Threads: 312
08.07.2010 10:41
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hier die vorfälle aus giessen während der wm aufzulisten, würde den rahmen und die speicherkapazität der ligaseite locker sprengen, ich hab mir das teilweise nach spielen gegeben, das ganze miese programm; berliner platz, anlagenring, ludwigstrasse...
das ganze wurde gesternabend nochmal getopt, ich frage mich ernsthaft wie mensch das übersehen bzw. überhören kann. ausländerfeindlich, rassischtisch, sexistisch....
und die nazis?
im gegensatz zu leuten aus argentinien ("die sollten sich besser nicht auf dem berliner platz blicken lassen" o-ton), ist es kein problem mit einzelnen offensichtlichen neonazis zusammen zu feiern, haben ja auch ne deutschlandfahne um haben zwar ein paar andere "lieder" oder parolen (wie "frei sozial und national") aber da muss mensch ja nicht mitmachen, kann einfach weggehört werden....
ansonsten, wer bock hat:
n text der nochmal einzelne punkte anspricht.
text
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DennisB (
Giessen Skyliners)
Beiträge:469 Threads: 13
08.07.2010 14:48
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liest du eigentlich auch Texte, die nicht von der Antifa gechrieben werden? Einfach wegen anderen Ansichten und sowas?
Ich hab gestern 57 Vergewaltigungen im McDonalds gesehen. Das jetzt aber in allen EInzelheiten aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, aber war das ganze miese Programm -.-
Ja, das war polemisch, aber vllt. unterstreicht das mal die Stärke deiner Argumentation. Da ist nämlich keine, sry.
Abgesehen davon hat nie jemand geleugnet, dass es vereinzelte bzw. je nach Standort einige Arschlöcher gibt, hier ging es um den Comic und die dazugehörigen Pauschalisierungen bei MANDI und ANDI. Ich war gestern nen Döner holen in Wieseck und der angestellte, türkischstämmige Mann (und Mensch) dort sagte, er freue sich aufs Spiel.
War also doch alles nur gut und integrativ in Deutschland bei dieser WM?
Nein, genausowenig, aber mit diesem festgefahrenen Schwarz-Weiß-Gelaber kommt man nicht weiter. Wenn man das überhaupt will, aber das bezweifel ich als Argentinier jagender Hobbysexistennazi langsam doch etwas.
Naja, zu heiß draußen um das jetzt nochmal netter umzufomulieren. Augen auf bei der Informationsaufnahme, so schwer ist das nicht. Und verschon(t) mich mit Links deren Informationsgehalt gleich null weil propagandistisch ist.
Ein dreifacher Tellerand zum Abschied.
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Kuzinho (
Torpedo Lahngurken)
Beiträge:409 Threads: 16
08.07.2010 17:42
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gibts ne Quelle zu der angesprochenen Marburger Studie? Würde mich wirklich interessieren!
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julia stern (
roter stern giessen)
Beiträge:47 Threads: 9
08.07.2010 19:22
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Die besagte „Integration“ mittels Fußball, die am Beispiel der Nationalmannschaft in den Medien gezeigt wird, hat meiner Meinung nach mit den alltäglichen Abläufen innerhalb der Gesellschaft nicht viel zu tun.
Zu nächst mal gelten im Sport klare Regeln, diese sind bekannt. Somit sind Vergleiche von Leistung und Begabung ect. Recht transparent und nach vollziehbar. Dies macht es leicht die Sportler zu bewerten. Der Sportler selbst kann sich so mit seinen Mitspielern und Konkurrenten vergleichen.
Solche klaren Regeln trifft man im Alltag eher selten. In der Schule, auf der Arbeit, bei Behörden und auch in der Politik kommen andere Mechanismen zum tragen. Diese sind häufig wenig transparent und haben wenig mit einer sportlichen Fairness zu tun.
Die resultierenden Probleme sind allgemein bekannt. Dazu muss man nur überlegen welche Personen welchen Bildungsweg/ berufliche Laufbahn einschlagen bzw. einschlagen müssen.
Solche Mechanismen lassen sich bestimmt nicht durch den beliebten Party-Patriotismus und Fähnchen schwenken beseitigen.
Logisch, dass Rassismus, bestimmte Vorurteile ect. in den Köpfen der Spieler der Nationalmannschaft keinen Platz haben. Meiner Ansicht nach lassen sich die Spieler mit hoch bezahlten und hoch flexiblen Spezialisten vergleichen. (Heute Mailand, morgen Madrid..) Überall müssen sie mit anderen Menschen in einem Team funktionieren. Dumpfe Vorurteile sind dabei mehr als störend.
In den unteren Ligen, wo es um Amateurfußball, Freizeitgestaltung, Zugehörigkeit zum Verein, ect.. geht, sieht die Welt dann eben wieder anders aus.
Natürlich besteht hier natürlich die Möglichkeit für Spieler sich durch Leistung und eben die fairen sportlichen Regeln Anerkennung zu verschaffen, die sie im Alltag so nicht bekommen.
In sofern bietet der Fußball die Möglichkeit der Integration.
Dazu braucht es meiner Meinung nach keinen Hype um die Nationalmannschaft.
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chrism* (
Lazio Koma)
Beiträge:4054 Threads: 648
08.07.2010 23:56
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@DennisB: mal ganz abgesehen von der restlichen Debatte- ich checke den Vergewaltigungsvergleich überhaupt nicht..
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DennisB (
Giessen Skyliners)
Beiträge:469 Threads: 13
09.07.2010 01:35
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achso klar bevor das irgendwie missinterpretiert wird (hab das vorhin auch einfach runtergeschrieben) : war nur ein harscher Vergleich, dass man total viel gesehen haben will und es hier reinpackt, ohne halt konkret drauf einzugehen und Belege dafür zu liefern, nur damit das eigene Weltbild aufrecht erhalten wird und man selbst irgendwie Recht behält. In den Regionalzeitungen stand ja glaube nix von überproportional heftigem Fehlverhalten. Lasse mich aber gerne widerlegen...
Im McDonalds war es zumindest friedlich

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sascha stern (
roter stern giessen)
(Threadstarter)
Beiträge:1255 Threads: 312
09.07.2010 12:11
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what ever mista.
nur soviel:"dass es vereinzelte bzw. je nach Standort"
kannste vergessen, weil stimmt nicht und das war worauf ich hinaus wollte, diese zugsache ist kein einzelfall, und irgendwelche sprüche auch nicht. das sind doch relativ viele ganz normale deutschlandfans (und keine nazis) die das nach dem verlorenen spiel (und nicht nur nach dem, aber dort besonderst häufig) unterirdische und ausländerfindliche sprüche vom vom stapel gelassen haben.
verallgemeinern will ich nicht, aber es kleinreden eben auch nicht.
wenn es nazis wäre, dann würden sie wohl anderst auftretten wie z.b. in Magdeburg, Frankfurt und wasweisichwo...
dazu die zeit (hoffe ich kann euch/dir das zumuten):
textansonsten marburger studie
text"deutsche zustände" gibt es in giessen in diversen bibliotheken:
z.B.
ZwBibl. im Phil. II F; Obergeschoss
1.2002 - 8.2010
030 pol Hi 0.6
(bearbeitet am: 2010-07-09 12:13:24)
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Kuzinho (
Torpedo Lahngurken)
Beiträge:409 Threads: 16
09.07.2010 15:04
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Danke für den Link!
Zusammenfassung der Ergebnisse:
Nationalismus - Fremdenfeindlichkeit (korreliert)
Patriotismus / Fremdenfeindlichkeit (korreliert nicht)
Fussball WM 2006 --> Erhöhung des Nationalismus - Fremdenfeindlichkeit
mögliche Kritik:
- keine Follow-up-Studie (Senkt sich der Nationalismus nach der WM wieder oder bleibt er erhöht?)
Allerdings wären anstelle von Nationalismus, demokratische Prinzipien betont worden, wäre (laut Studie) die Fremdenfeindlichkeit zurückgegangen. WM daher so oder so schlecht.
- keine Untersuchung der Effekte auf Ausländer (das würde mich interessieren!)
- Telefonstudie, keine Replikation (Methodenkritik)
Mein persönliches Resumee: Ich vermute zwar, dass es gerade in nicht-national gesinnten Teilen der Gesellschaft zu Annäherungen zwischen den Kulturen kommt, kann das aber nicht belegen. Auch ist es sicher problematisch die positiven (Annäherung) und negativen (Nationalismus) Aspekte zu verreichnen.
Wenn ich das dann noch mit euren persönlichen Berichten und dem Artikel in Verbindung bringe, habt ihr mich wirklich überzeugt! Die WM erhöht über das Schüren von Nationalismus die Fremdenfeindlichkeit. Das Public Viewing als Tummelfeld nationalen Brimbamboriums schürt deswegen indirekt Ausländerfeindlichkeit und sollte auch so bezeichnet werden!
(bearbeitet am: 2010-07-09 15:05:31)
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chrism* (
Lazio Koma)
Beiträge:4054 Threads: 648
09.07.2010 15:37
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Mensch, Top-Zusammenfassung, ehrlich!!
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DennisB (
Giessen Skyliners)
Beiträge:469 Threads: 13
09.07.2010 16:01
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Jut, ich will hier ja auch nicht immer nur gegenreden, deswegen erstmal wirklich vielen Dank Sascha für die überaus interessanten Links, das gilt für beide, ich hab der Vollständigkeit halber zum Weiterlesen auch nochmal den Link zum Gesamtblog, es gibt nämlich noch 4 andere Artikel zu Ähnlichem WM-Gedöns:
linkDie Marburger Studie ist auch wichtig und wurde zusammengefasst (kann nur jedem empfehlen dem Link mal zu folgen), in Bezug auf den Comic bedeutet das aber nicht, dass damit die Pauschalisierungen ok wären, genauso wie die Verteilung von Propaganda an Schulen, das kann man auch geschickter und n Tick objektiver machen, sollte nicht unterschlagen werden, da das der Ausgangspunkt der Diskussion war, und nicht, ob Nationalismus ansteigt. Habe nämlich gerade den Eindruck, die Diskussion bewegt sich wieder vom eigentlichen Thema zum "Großen", wo man sich eigentlich einig ist.
Trotzdem wichtig, auch eure persönlichen Eindrücke (vllt. nächstes Mal etwas ausgearbeiteter) oder eben auch die Ergebnisse der Studie hier festzuhalten, damit man aufmerksamer gemeinsam feiert und Nazis / Modeidiotennazis? meldet / kompromisslos angeht, wo es nur geht. Und eigentliche "Normalos" drauf hinweist, keine Scheiße zu reden.
Das "kannste vergessen, weil stimmt nicht" hab ich mal überlesen

aber war ja selbst auch nicht gerade höflich. Denke es ist ok, dass die WM bald vorbei ist und auch ich bin echt froh, wenn die ganzen Mode-Fähnchen wieder von den Autos ab sind und diese Eventkultur 2 Jahre Pause macht, auch möglichen integrativen Elementen zum Trotz. Waren teils schöne Abende, aber der Hype ist schon (zu) krass.
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Dufus (
SpVgg Transmanisches Fußballsyndikat)
Beiträge:18 Threads: 3
09.07.2010 18:59
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Bronn (
Bad Boys United)
Beiträge:7 Threads: 0
10.07.2010 16:54
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Und 2006 waren es die Engländer - diese scheiß Rassisten, diese scheiß Engländer.

(bearbeitet am: 2010-07-10 16:57:42)